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 Wenn Hunde trauern

Können Hunde überhaupt trauern? Diese Frage wird von der Wissenschaft mit einem klaren Ja beantwortet. Es stellt sich nur die Frage, wie Hunde trauern und wie man Ihnen bei der Trauerbewältigung helfen kann.

 

Fly war ein Wunschhund. Melanie und Daniel waren überglücklich, als sie das kleine, schwarze Fellknäuel beim Züchter endlich mit nach Hause nehmen durften. Der Flat Coated Retriever bereicherte das Leben des Paares vom ersten Moment an...alles schien perfekt zu sein und Fly entpuppte sich im Laufe der Zeit als ein gelehriger und folgsamer Hund. Er schien immer gut gelaunt zu sein und hatte eine Menge Schabernack im Kopf, was ihn für Melanie und Daniel noch liebenswerter machte. Doch dann eines Tages dann der Schock – Daniel kam bei einem Autounfall ums Leben. Eine Welt brach für Melanie zusammen, aber auch für Fly. Wochenlang lag Fly vor der

Wohnungstür und wartete auf die Rückkehr seines Herrchens Daniel. In den ersten Wochen frass er kaum, war unruhig. Melanie brauchte Fly, um nicht durchzudrehen. Viele Stunden verbrachte sie weinen mit Fly in den Armen. Im Laufe der darauffolgenden Monaten änderte sich das Verhalten des Hundes. Er bellte bei jedem kleinsten Geräusch in dem Mehrfamilienhaus, er bellte auch, wenn es an der Tür klingelte oder Melanie telefonierte. Sie konnte keinen Schritt machen, Sein Verhalten wurde immer fordernder. Melanie konnte keinen Schritt machen, ohne dass Fly sie dabei kontrollierte. Sein Verhalten wurde immer fordernder. Wenn Melanie bei Gassigang jemanden traf und für einen kurzen Plausch stehen blieb, bellte Fly ununterbrochen oder er sprang die Leute an. Er folgte nicht mehr und entwickelte sich langsamen zu einem unkontrollierbaren Pöbler. Melanie gab sich alle Mühe, Fly an seinen vergessenen Gehorsam zurück zu erinnern, doch damit war sie schlichtweg überfordert. Auch sie litt unter dem Verlust ihres Lebenspartners und musste ihr Leben erst mal neu sortieren.

 

Können Hunde trauern?

Man sagt, Hunde leben nur in der Gegenwart. Die Vergangenheit oder die Zukunft interessiert sie nicht. Doch wenn eine Bezugsperson oder ein Artgenosse aus der Familie stirbt oder plötzlich nicht mehr da ist, kann die vormals wohlstrukturierte Welt eines Hundes aus den Fugen geraden. Und das fast im wahrsten Sinne des Wortes. Der tote

Bindungspartner wird schmerzlich vermisst, sei es Mensch oder Artgenosse. Nichts ist mehr wie es war, denn die noch vorhandenen Bezugspersonen verhalten sich für die Vierbeiner unberechenbar. Hunde können feinste Gefühlsschwankungen ihres Menschen wahrnehmen. Aufgrund dessen kann eine grosse Unsicherheit entstehen, da sie das veränderte Verhalten ihres Menschen nicht richtig interpretieren können. Hunderassen, die sehr menschenbezogen gezüchtet sind, leiden unter einem Verlust besonders. Auch Depressionen können die

Folge von Trennungsschmerz sein. Hatte der Hund die Gelegenheit, Abschied vom geliebten sterbenden Menschen am Sterbebett oder einem Artgenossen zu nehmen, hält sich die Trauer oftmals in überschaubaren Grenzen. Fehlt jedoch die Gewissheit, dass die Bezugsperson oder das „Gspänli“ gestorben ist, scheint das Loslassen für

Hunde ebenso schwer wie für den Menschen. Denn das Leben hält sich nicht immer an unsere Vorstellungen.

 

Die Trauer hat viele Facetten
Fly zweifelte an Melanies Führungsqualitäten. Er konnte ihre Stimmungsschwankungen und auch die neuen körperlichen Signale nicht mehr deuten. Somit musste er die Führungsrolle selbst in die Pfoten nehmen, auch wenn er sich dazu eigentlich nicht in der Lage fühlte. Deshalb bellte er und sprang andere Leute an. Er versuchte Melanie zu beschützen. Mit Daniel war das Rudel komplett gewesen, die Sicherheit und Fürsorge gewährleistet, denn das ist
für Hunde überlebenswichtig. Sie orientieren sich an ihren Menschen, vertrauen ihnen. Bricht ein bestehendes Rudel auseinander, muss schnellstmöglich die Sicherheit im Rudel wiederhergestellt werden, sonst ist die Gemeinschaft verletzbar. Die empfundene Trauer eines Hundes ist zwar nicht unbedingt identisch mit der eines Menschen,
trotzdem ist es Trauer. Hunde leiden unter der Abwesenheit und den fehlenden Interaktionen mit dem Bindungspartner. Dies kann zu ganz unterschiedliche Verhaltensänderungen führen.

 

Woran erkennt man, dass ein Hund trauert?
Die menschliche Trauer hat mehrere erkennbare Stadien: Leugnung, Wut, Handel, Depression und zuletzt die Akzeptanz. Auch bei der Trauer des Hundes kann wahrscheinlich nur die Zeit Wunden heilen. Es gibt viele Verhaltensänderungen, die mit der Trauerbewältigung einhergehen.
Anzeichen einer Depression
1. Kein Interesse an der Umwelt
2. Schlaflosigkeit, Unruhe
3. Appetitlosigkeit
4. Verlust der Spielfreude
5. Verdauungsprobleme (Durchfall, Verstopfung,
Erbrechen)
6. Stubenunreinheit


Häufig befällt eine Depression genau die Hunde, die man als stur und selbstbewusst bezeichnet. Denn oft ziehen diese Hunde ihre Stärke aus der «geordneten Umwelt», die durch den Verlust einer Bezugsperson nicht mehr existiert. Aber Achtung: Nur durch ausgiebiges Beobachten des Hundes kann eine Depression durch eine Fachperson
diagnostiziert werden.


Anzeichen von Frustration und Stress
1. Übermässiges Bellen, Jaulen, Winseln
2. Übersprungshandlungen (Ersatzhandlungen)
3. Kratzen und übermässiges Hecheln
4. Konzentrationsprobleme


Diese dauerhaften Stresszustände können letztendlich sogar zu einer organischen Krankheit führen. Aber ein Patentrezept zur Trauerbewältigung für Hunde gibt es nicht. Der Umgang mit der Trauer ist wie beim Menschen von der Persönlichkeit abhängig. Hinzu kommt, dass der hinterbliebene Mensch mit seiner eigenen Trauer oftmals
so sehr beschäftigt ist, dass er kaum die Kraft aufbringen kann, die verantwortungsbewusste und souveräne Führungsrolle für den Vierbeiner zu übernehmen. Es ist ein kleiner Teufelskreis, denn oft ändert sich das Verhalten des Hundes erst dann zum Positiven, wenn es auch dem Menschen wieder besser geht.

 

Die Trauer des Hundes erleichtern
Stirbt eine wichtige Bezugsperson oder ein Artgenosse, sollte man liebgewonnene Rituale und Gewohnheiten des Hundes nicht sofort ändern. Bestimmte Gassizeiten, Spiele, Schlafplätze und Futtergewohnheiten sollten in den ersten Monaten beibehalten werden. Manchmal hilft es, für den Hund ein «Gspänli» anzuschaffen. Dies sollte aber sehr wohl überlegt sein, nicht immer ist dies die richtige Entscheidung. Sind Mensch und Hund in ihrer Trauer zu sehr verhaftet, kann auch eine temporäre Auszeit vom sozialen Umfeld ein Stück weit helfen. Homöopathische Mittel und gemeinsame Kuschelzeiten mit dem Geruch von Lavendelöl können Stress abbauen und die Bindung zueinander neu stärken. Wer einem trauernden Hund professionell helfen lassen möchte, sollte einen Verhaltenstherapeuten
zu Rate ziehen.
Anne Weber, dipl. Tierpsychologin

 

 

Augen auf beim Welpenkauf

Trotz landesweiter Aufklärungskampagnen boomt der illegale Welpenhandel.

 

Es ist noch nicht lange her, als die Autobahnpolizei Stuttgart bei der Routinekontrolle eines Transporters aus der Slowakei 93 Hundewelpen und 21 Katzen im Laderaum entdeckten. Eingepfercht in kleinen Käfigen befanden sich beliebte Rassen wie Bulldoggen, Möpse, Labradore und britische Kurzhaarkatzen. Die Tiere waren dehydriert, ohne Futter und völlig geschwächt von der langen Reise, die erst in Spanien enden sollte. Gut zwei Wochen nach dem Transport waren fünf Hunde und sieben Katzen tot, gestorben an einem stressbedingten Lebersyndrom sowie an der Viruskrankheit Parvovirose. Was sich hier abspielte, ist leider kein Einzelfall. Man schätzt, dass täglich etwa 270 Welpen von Osteuropa nach Deutschland geschmuggelt werden. Viele davon auch in die Schweiz und Österreich.

 

Klappe 2, die Tausendste

Trotz landesweiter Aufklärungskampagnen in allen Medien boomt das illegale Geschäft mit Welpen wie nie zuvor. Man spricht von Milliardenumsätzen in der „Welpenmafia“. Aber noch immer wissen nur wenige, worauf sie sich beim Kauf eines „günstigen“ jungen Hundes im Internet, in Inseraten oder womöglich auf einem Parkplatz an der Autobahn einlassen. Denn auch in der Schweiz wohnhafte Personen treten inzwischen als Zwischenhändler auf, um Vertrauen zu erwecken. Sie werden von den Hintermännern gegen Provision angeheuert. In erster Linie scheint den Käufern jedoch nur eines wichtig zu sein: Billig an die Ware Tier herankommen und solange sich Kaufinteressierte von den billigen Preisen locken lassen, wird auch der illegale Welpenhandel weiter boomen.

 

Wie funktioniert der illegale Handel mit den Welpen?

Unter katastrophalen Bedingungen werden meist in Osteuropa (Ungarn, Bulgarien, der Slowakei und Polen), Welpen von kranken und erschöpften Muttertieren in Massen produziert, Inzucht wird dabei durchaus in Kauf genommen. Auch Irland mauserte sich in den letzten Jahren zu einer illegalen Hochburg der Welpenproduktion in Europa. Man spricht dort bereits von einer „nationalen Schande“. Eingesperrt und angekettet in dunklen Kellern und verdreckten Verschlägen, vegetieren die Tiere dahin, Hygiene oder Gesundheitskontrollen interessieren niemanden. Die Muttertiere werden als Gebärmaschinen missbraucht und nach Gebrauch „entsorgt“, will heissen, sie werden erschlagen oder man lässt sie verhungern. Die Welpen sind oft erst drei bis vier Wochen alt – und damit viel zu jung, um vom Muttertier ohne gesundheitliche und verhaltensrelevante Folgen getrennt zu werden. Sie besitzen weder Impfungen, noch sind sie gechipt und registriert. Ohne Nahrung und Wasser treten die Welpen zusammengepfercht in Kisten, Käfigen oder Taschen ihre oft tödlich endende Reise in die Abnahmeländer an. Die benötigten Ausweisdokumente werden gefälscht und hochansteckenden Krankheiten werden Tür und Tor geöffnet, weil die Tiere nicht geimpft sind.

 

„Aufgespritzte“ Welpen

Damit möglichst viele Welpen den langen Transport wenigsten bis zum Zielort überleben und auf potenzielle Käufer bei der Ankunft gesund wirken, werden sie vor der Reise mit Antibiotika, diversen Vitaminpräparaten aufgespritzt und mit Proteinpräparaten gefüttert. Damit erscheinen die Welpen grösser und älter. Durch die frühe Trennung vom Muttertier ist das Immunsystem jedoch sehr schwach und so treten Krankheiten schon nach wenigen Tagen auf. Das Geld, welches man beim Kauf eines „günstig“ erstandenen Welpen vermeintlich eingespart hat, geht nun für Tierarztkosten drauf, insofern der Welpe die ersten Tage überlebt.

 

Verhaltensprobleme durch falsche Aufzucht

Es sind jedoch nicht nur die Krankheiten, die Sorgen bereiten. Ab der 4. Lebenswoche beginnt beim Welpen die Prägephase. In dieser Phase lernen die Welpen ihre Umwelt kennen und sie werden auf Menschen und Artgenossen geprägt. Alle Erfahrungen, die in dieser Zeit gemacht werden, sind massgebend für ihr zukünftiges Verhalten. Doch durch die frühe Trennung von der Mutter sind die Welpen traumatisiert und kaum sozialisiert. In ihrem kurzen Leben durften sie nur Angst und oft auch Gewalt kennenlernen. Sie wachsen ohne Aussenreize auf und genau hier liegt das Problem, dessen Ende in den nächsten Lebensjahren noch nicht absehbar ist. Viele dieser Hunde bleiben ihr ganzes Leben lang ängstlich oder werden gar aggressiv. Es fällt ihnen schwer, sich in unserer menschlichen Gesellschaft zurechtzufinden. Die Besitzer sind meist überfordert und der Gang zum Tierverhaltenstherapeuten ist unvermeidbar. Fazit: viele dieser Hunde landen früher oder später in den Tierheimen und bleiben unvermittelbar.

 

Hundediebstahl

Um an weitere potenzielle Deckrüden und „Gebärmaschinen“ heranzukommen, schrecken die Kriminellen auch vor Diebstahl nicht zurück. Fast täglich werden Hunde, (meist Rassehunde, aber auch hübsche Mischlinge), aus Gärten, vor Geschäften, aus parkenden Autos gestohlen. Das Geschäft ist lukrativ. Die Tiere werden für Zuchtzwecke, zum Wiederverkauf, für Tierversuche oder für Hundekämpfe gestohlen und in den seltensten Fällen ist nachzuvollziehen, wo der Hund letztendlich landet. Selbst ein unter die Haut implantierter Chip oder eine Tätowierung halten die kriminellen Tierhändler nicht vor einem Diebstahl ab.

 

Was man als Hundehalter tun kann

- Den Hund dazu erziehen, keine Leckerchen von Fremden anzunehmen

- Gezieltes Training, nicht mit Fremden mitzugehen

- Abschliessbare Leinen benutzen

- Den Hund, wenn möglich, nicht unbeaufsichtigt lassen

 

Keine Tiere per Mausklick kaufen

Skrupellose Tierhändler „verticken“ ihre tierische Ware aus Massenproduktionen gerne im Internet. Da ist die Rede von: Reinrassig..., süss..., in liebevolle Hände abzugeben etc. An Menschen gewöhnt, geimpft, entwurmt, mit Stammbaum..., und den süssen Welpenfotos kann kaum jemand widerstehen. Doch diese Beschreibungen entsprechen nicht der Realität. Gemäss Recherchen des Schweizer Tierschutzes sind etwa 80 Prozent der Hundeinserate unseriös oder fragwürdig. Hierzulande wurden die Regeln auf Internet-Verkaufsplattformen wie beispielsweise Tutti.ch und Anibis.ch verschärft. Die Inserate werden auf ihre Seriosität überprüft und in Österreich wurden private Tier-Inserate auf Online-Plattformen inzwischen ganz verboten. Interessenten empfiehlt der Schweizer Tierschutz STS, beim Tierkauf im Internet nur auf als seriös erkennbare Angebote einzugehen. Diese enthalten sowohl alle notwendigen Informationen zu den Tieren inklusive einer vorgängigen Besichtigungsmöglichkeit wie auch vollständige Angaben zur Identität des Verkäufers. Hellhörig sollte man werden, wenn das Tier verschickt oder auf einem Parkplatz übergeben werden soll. Oder der Hund aus der Schweiz ist mit einer ausländischem Chip-Nummer versehen. Auch der Preis ist entscheidend, denn kein seriös gezüchteter Rassehund wird für 300 oder 400 Franken verkauft. Generell aber wird von einem Tierkauf im Internet abgeraten.

 

Der passende Züchter und der passende Welpe

Leider ist die Suche nach dem perfekten Welpen nicht einfach und noch schwieriger ist es, einen serösen Verkäufer zu finden. Die Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 schreibt vor, dass nur gut ausgebildete Personen gewerbsmässig Hunde züchten dürfen. Auf der Internetseite des SKG (Schweizerische Kynologie Gesellschaft) findet man eine Liste mit geprüften und seriösen Züchtern. www.skg.ch.

 

Um den passenden Welpen zu finden, rät Anne Weber, Tierpsychologin für Hunde: „Die Anschaffung eines Hundes respektive eines Welpen sollte wohlüberlegt sein. Setzen Sie sich vor dem Kauf mit der gewünschten Rasse auseineinander. Informieren Sie sich über die Bedürfnisse eines Hundes und auch darüber, ob die eigenen Lebensumstände einen Hund zulassen, denn artgerechte Hundehaltung ist zeitintensiv und teuer. Dies wird oft unterschätzt. Für zukünftige Ersthundebesitzer oder unerfahrene Kaufinteressierte empfehle ich schon vor der Anschaffung eines Hundes eine Welpenberatung. Ich berate bei der Auswahl des Welpen und begleite Sie auf dem Weg, den der kleine Vierbeiner benötigt, um zu einem gut sozialisierten Hund heranzuwachsen. Dabei lege ich grossen Wert auf das Verstehen der „hündischen“ Körpersprache. Denn das ist der Schlüssel zu einem vertrauensvollen Miteinander.“

 

AnneWeber

Dipl. Tierpsychologin

 

 

 

Mantrailing als Eisbrecher

Nero hatte Angst vor fremden Menschen, jede menschliche Begegnung bereitete ihm enormen Stress. Grund dafür war der fehlende menschliche Kontakt im Welpenalter, Nero war in einem Zwinger in Italien aufgewachsen. In seiner neuen Heimat, der Schweiz, lernte Nero mithilfe einer Verhaltenstherapie von Woche zu Woche entspannter mit fremden Menschen umzugehen. Und um das neu Erlernte zu festigen, empfahl ich der neuen Besitzerin von Nero „Mantrailing“ respektive das „Therapie-Trailen“. Dieses Training stellte sich bei Nero als „i-Tüpfeli“ heraus. Die Verhaltenstherapie in Kombination mit der Sucharbeit stärkte nicht nur die Beziehung zur neuen Besitzerin, sondern brachte Nero immer mehr dazu, seine Angst vor fremden Menschen zu überwinden. Das Eis war gebrochen.

 

Was ist Mantrailing?

Man bezeichnet mit Mantrailing die Suche des Hundes nach einer bestimmten Person anhand des Individualgeruchs. Durch das Riechen an einem Gegenstand der versteckten Person erhält der Hund alle Geruchsinformationen, die er auf seiner Suche benötigt. Jeder Hund besitzt das Talent für die Sucharbeit, denn es entspricht seinem Naturell. Unsere Vierbeiner nehmen ihre Umwelt zuallererst mit ihrer sensiblen Nase wahr, sie können feinste Geruchspartikel in der Luft differenzieren und somit eine „versteckte Person“ finden. Gerade für unsichere Hunde kann Mantrailing respektive das Therapie-Trailen ein neues Lebensgefühl bedeuten und das Eis in Bezug auf fremde Menschen brechen. Sie lernen, sich in unserer „menschlichen“ Umgebung besser zurechtzufinden, eigenständig Probleme zu lösen und unbekannten Menschen stressfreier zu begegnen. Der Mensch hingegen lernt, seinem Hund zu vertrauen, schliesslich hat der den richtigen Riecher. Mit ein wenig Trailerfahrung ist der Mensch auch in der Lage, der Hundekörpersprache konkreter zu folgen. Das Trailen mit unsicheren Hunden erfordert jedoch einige Sonderregeln. Hier muss behutsam und geduldiger im Trailtraining vorgegangen werden, um Stress und Überforderung zu vermeiden. Eine reizarme Umgebung ist Voraussetzung. Das Mantrailing ersetzt keine Verhaltenstherapie, aber es eignet sich hervorragend als unterstützendes Training. Zudem macht das Trailen jedem Hund grossen Spass, ob jung oder alt, ob „normal“ oder verhaltensauffällig.

The walking dog bietet Mantrailing auch für ängstliche und unsichere Hunde an. Siehe Menüpunkt Kurse.

 

Hundebegegnungen: Spass oder Albtraum?

Es spricht nichts gegen eine nette Hundebegegnung. Aber Hundebesitzer sind sich sicher, ob sie eine Begegnung zulassen sollen oder nicht. Es hängt von vielen Faktoren ab, ob ein Kontakt für alle Beteiligten erfreulich wird oder nicht.

Wenn Ihr Hund sich über die Kontaktaufnahme mit Artgenossen freut, sollten Sie sich beim Gegenüber erkundigen, ob dessen Hund sich ebenso über ein „Hoi-säge“ freuen würde. Begegnet Ihnen ein angeleinter Hund, wird es wohl einen Grund haben. Nach Rücksprache kann dann ein Hundekontakt erfolgen oder auch nicht. Manche Hunde haben kein grosses Interesse an ihren Artgenossen, das „eigene“ Rudel – die Familie – reicht ihnen völlig aus, das sollte man respektieren. Grundsätzlich gilt: Mit Höflichkeit können Hundebesitzer unangenehme Situationen schon im Vorfeld vermeiden.

Aggression

Häufig reagiert ein Hund aus Unsicherheit aggressiv auf einen anderen Hund. Weitere mögliche Auslöser:

- Gleichgeschlechtliche Artgenossen werden als Konkurrenten wahrgenommen.

- Der Hund fühlt sich für seinen Menschen verantwortlich und verteidigt ihn.

- Territoriale Aggression.

- Ängstliche Hundebesitzer.

- Fehlverhalten des Hundebesitzers bei Hundebegegnungen.

Um hier mit einem Anti-Aggressions-Training Erfolge zu erzielen, muss der Grund für das Verhalten ermittelt werden. Ebenso die Mensch-Hund-Beziehung sollte überprüft werden, um allfällige „Missverständnisse“ zu beseitigen.

 

Angsthasen

Manche Hunde fühlen sich bei Begegnungen mit Artgenossen bedroht, sind völlig überfordert, verängstigt und laufen vielleicht sogar weg. Dies kann langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Psyche des Hundes haben. Ich kann Ihnen helfen, die Auslöser der Angst zu ergründen, um auf dieser Basis mit einer individuellen Therapie Ihrem Hund die Angst vor Artgenossen zu nehmen.

 

Streit zwischen Hunden

Wichtig: Bewahren Sie Ruhe. Schreien, Leine werfen, Schlagen etc. ist kontraproduktiv. Hunde im Streit auseinander zu ziehen, kann schlimme Verletzungen verursachen. Besser ist es, dem Angreiferhund beispielsweise eine Jacke über den Kopf zu werfen. Oft lassen die Hunde dann voneinander ab und können getrennt werden.

By the way...die Behauptung: „Das machen die unter sich aus“ hält sich leider hartnäckig unter einigen Hundebesitzern. Aber was sollten zwei fremde Hunde unter sich denn klären? Die Rangordnung bestimmt nicht, denn diese wird höchstens in einem zusammenlebenden Rudel und selten in einem „Kampf“ bestimmt.

Bringen Sie Ihren Hund aus der Gefahrenzone, aber noch in Sichtweite, sonst bleibt der letzte Eindruck vom „Kampf“ in seinem Gedächtnis. Untersuchen Sie sich und Ihren Hund gegebenenfalls auf Verletzungen. Auch das menschliche Miteinander ist wichtig, beschimpfen Sie sich nicht, auch wenn Sie gerade sehr geschockt sind. Beruhigen Sie Ihren Hund und gehen Sie erst weiter, wenn er sich sichtlich entspannt hat. Bedenken Sie, dass ein Streit/Kampf Ihren Hund traumatisieren kann, jede weitere Begegnung mit Artgenossen kann grossen Stress verursachen – bei Mensch und Hund. Wenn Sie vermuten, das Ihr Hund traumatisiert ist, helfe ich Ihnen gerne.

Hundebegegnungen gehören zum alltäglichen Leben und sollten von Anfang an trainiert werden. Dabei wünsche ich Ihnen viel Spass und so wenig „negative“ Erfahrungen wie möglich. The walking dog bietet Hundebegegnungskurse an, siehe Menüpunkt Kurse.

Autor: Anne Weber

 

Trennungsangst

Die Trennungsangst ist ein angeborener Schutzmechanismus des Hundes. Er dient dazu, dass Muttertier und Welpe sich nicht zu weit voneinander entfernen.

Mit seinen Menschen bildet der Hund eine soziale Gruppe – ähnlich wie im Rudel. Ohne seine «Gruppenmitglieder“ zu sein, kann für ihn ein „unerträglicher“ Zustand sein. Wenn Hunde in ihrer Welpen- und frühen Jugendzeit nicht gelernt haben, dass Trennungsphasen zum alltäglichen Leben gehören, können sie später beim Alleinsein Trennungsangst bishin zu panischen Reaktionen zeigen. Deshalb ist es sinnvoll, Welpen schon ab der 13. Lebenswoche langsam das Alleinsein zu gewöhnen.

 

Kleine Schritte

Sicher gibt es in Ihrer Wohnung keine hundefressenden Monster, aber das müssen Sie ihrem Welpen schonend verständlich machen. Verlassen Sie zu Beginn den Raum, in dem der Welpe sich befindet, nur für kurze Zeitintervalle, rund 10 Sekunden. Bei der Rückkehr bleiben Sie ruhig und gelassen, dadurch wird es für den Welpen bald zu einer Selbstverständlichkeit. Belohnen Sie ihn nicht, es könnte sein, dass er noch ängstlich ist und Sie würden somit seine Angst belohnen. Es ist kein Liebesentzug, wenn Sie den Hund ignorieren, es Erziehungsmassnahmen, um den Hund selbständiger zu machen.

Reagiert der Welpe mit Protest, verkürzt man die Trennungszeiten wieder. Erst ab dem 6. Monat hat ein Hund die biologische Reife erreicht, um das erste Mal ein paar Stunden allein bleiben zu können.

Trennungsangst beim erwachsenen Hund

Auch erwachsene Hunde kann man an das Alleinsein gewöhnen. Zwei bis drei kurze Trainingseinheiten pro Tag sind optimal. Gehen Sie beim Trennungstraining in kleinen Schritten vor und peilen Sie nicht direkt die Wohnungs- oder Haustür an. Viele Hunde folgen ihren Besitzern überall hin, sobald sie sich nur einige Schritte entfernen. Beginnen Sie beim Training mit dem Sitzen. Stehen Sie kurz auf und setzen Sie sich wieder hin, sobald der Hund auch aufsteht. Bleiben Sie dabei gelassen. Nach ein paar Wiederholungen wird der Hund liegen bleiben nach dem Motto: «Das kenn ich, der geht nicht weg, also bleibe ich hier liegen». Wenn dieses Verhalten gefestigt ist, kann man den Raum verlassen, erst für ein paar Sekunden, dann länger. Sollte der Hund in Ihrer Abwesenheit bellen, warten Sie bis der Hund sich wieder beruhigt hat und betreten erst dann wieder den Raum. Nie sollte der Hund für den „Protest“ bestraft werden. Wird es trotz Training «nicht besser» oder reagiert Ihr Hund beim Verlassen von Anfang an panisch, können Sie mich gerne kontaktieren.

Autor: Anne Weber

 

Einsame Randalierer – Zerstörungswut

Manche Hunde kommen auf die tollsten Ideen, wenn ihre Besitzer das Haus verlassen. Müll wird ausgiebig untersucht, das Sofakissen geschreddert und ein Tapetenwechsel wird fällig. Dies und Schlimmeres entdecken Hundehalter bei ihrer Rückkehr. Oft sind solche „kreativen“ Hunde Dauerpatienten beim Tierarzt, da sie Dinge verschlucken, die für den Hund ungeeignet sind.

 

Nicht die Symptome, sondern die Ursachen finden und bekämpfen...

Die Ursachen für das Verhaltensproblem sollten so schnell wie möglich rausgefunden werden, denn je länger der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt, desto länger dauert es, Alternativverhalten zu etablieren. Dabei kann "The walking dog" Ihnen helfen.

Viele Hundehalter versuchen, die Zerstörungswut mit „anonymen Bestrafungen“ wie Sprühimpulsgeräten oder ähnlichem zu bekämpfen. Davon ist abzuraten. Das ist falsche Symptombekämpfung und löst nicht das eigentliche Verhaltensproblem.

 

Mögliche Ursachen:

- Bewegungsmangel, Langeweile

- Fehlende geistige Beschäftigung 

- Ängste 

- Gesundheitliche Probleme (Schmerzen)

- Andere Verhaltensprobleme

In vielen Fällen ist „Langeweile“ der Auslöser. Zerstörungsattacken können Ersatzhandlungen sein, die der Hund aus Unterforderung und Frust ausführt. Hunde, insbesondere junge, sind temperamentvoll und möchten beschäftigt werden. Seien Sie kreativ und fordern Sie Ihren Hund geistig und körperlich Beispielsweise mit regelmässigen Ausflügen an verschiedene Orte, um neue Aussenreize zu schaffen. Velotouren und Suchspiele eignen sich hervorragend. Lenken Sie die Energie Ihres Vierbeiners in konstruktive Bahnen. Trainieren Sie das Alleinbleiben in kleinen Schritten. Bieten Sie Ihrem Hund beispielsweise eine Futterkugel (mit Futter gefüllte Spielbälle) an, wenn Sie das Haus verlassen. Geben Sie nicht zu schnell auf, wenn diese Massnahmen nicht gleich greifen. Zusammen mit Ihnen kann ich die Auslöser für die Zerstörungswut herausfinden und Sie anleiten, wie das Fehlverhalten gestoppt werden kann. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Autor Anne Weber

 

Einsame Randalierer – Zerstörungswut

Manche Hunde kommen auf die tollsten Ideen, wenn ihre Besitzer das Haus verlassen. Müll wird ausgiebig untersucht, das Sofakissen geschreddert und ein Tapetenwechsel wird fällig. Dies und Schlimmeres entdecken Hundehalter bei ihrer Rückkehr. Oft sind solche „kreativen“ Hunde Dauerpatienten beim Tierarzt, da sie Dinge verschlucken, die für den Hund ungeeignet sind.

 

Nicht die Symptome, sondern die Ursachen finden und bekämpfen...

Die Ursachen für das Verhaltensproblem sollten so schnell wie möglich rausgefunden werden, denn je länger der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt, desto länger dauert es, Alternativverhalten zu etablieren. Dabei kann "The walking dog" Ihnen helfen.

Viele Hundehalter versuchen, die Zerstörungswut mit „anonymen Bestrafungen“ wie Sprühimpulsgeräten oder ähnlichem zu bekämpfen. Davon ist abzuraten. Das ist falsche Symptombekämpfung und löst nicht das eigentliche Verhaltensproblem.

 

Mögliche Ursachen:

- Bewegungsmangel, Langeweile

- Fehlende geistige Beschäftigung 

- Ängste 

- Gesundheitliche Probleme (Schmerzen)

- Andere Verhaltensprobleme

In vielen Fällen ist „Langeweile“ der Auslöser. Zerstörungsattacken können Ersatzhandlungen sein, die der Hund aus Unterforderung und Frust ausführt. Hunde, insbesondere junge, sind temperamentvoll und möchten beschäftigt werden. Seien Sie kreativ und fordern Sie Ihren Hund geistig und körperlich Beispielsweise mit regelmässigen Ausflügen an verschiedene Orte, um neue Aussenreize zu schaffen. Velotouren und Suchspiele eignen sich hervorragend. Lenken Sie die Energie Ihres Vierbeiners in konstruktive Bahnen. Trainieren Sie das Alleinbleiben in kleinen Schritten. Bieten Sie Ihrem Hund beispielsweise eine Futterkugel (mit Futter gefüllte Spielbälle) an, wenn Sie das Haus verlassen. Geben Sie nicht zu schnell auf, wenn diese Massnahmen nicht gleich greifen. Zusammen mit Ihnen kann ich die Auslöser für die Zerstörungswut herausfinden und Sie anleiten, wie das Fehlverhalten gestoppt werden kann. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Autor Anne Weber