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Mantrailing als Eisbrecher

Nero hatte Angst vor fremden Menschen, jede menschliche Begegnung bereitete ihm enormen Stress. Grund dafür war der fehlende menschliche Kontakt im Welpenalter, Nero war in einem Zwinger in Italien aufgewachsen. In seiner neuen Heimat, der Schweiz, lernte Nero mithilfe einer Verhaltenstherapie von Woche zu Woche entspannter mit fremden Menschen umzugehen. Und um das neu Erlernte zu festigen, empfahl ich der neuen Besitzerin von Nero „Mantrailing“ respektive das „Therapie-Trailen“. Dieses Training stellte sich bei Nero als „i-Tüpfeli“ heraus. Die Verhaltenstherapie in Kombination mit der Sucharbeit stärkte nicht nur die Beziehung zur neuen Besitzerin, sondern brachte Nero immer mehr dazu, seine Angst vor fremden Menschen zu überwinden. Das Eis war gebrochen.

 

Was ist Mantrailing?

Man bezeichnet mit Mantrailing die Suche des Hundes nach einer bestimmten Person anhand des Individualgeruchs. Durch das Riechen an einem Gegenstand der versteckten Person erhält der Hund alle Geruchsinformationen, die er auf seiner Suche benötigt. Jeder Hund besitzt das Talent für die Sucharbeit, denn es entspricht seinem Naturell. Unsere Vierbeiner nehmen ihre Umwelt zuallererst mit ihrer sensiblen Nase wahr, sie können feinste Geruchspartikel in der Luft differenzieren und somit eine „versteckte Person“ finden. Gerade für unsichere Hunde kann Mantrailing respektive das Therapie-Trailen ein neues Lebensgefühl bedeuten und das Eis in Bezug auf fremde Menschen brechen. Sie lernen, sich in unserer „menschlichen“ Umgebung besser zurechtzufinden, eigenständig Probleme zu lösen und unbekannten Menschen stressfreier zu begegnen. Der Mensch hingegen lernt, seinem Hund zu vertrauen, schliesslich hat der den richtigen Riecher. Mit ein wenig Trailerfahrung ist der Mensch auch in der Lage, der Hundekörpersprache konkreter zu folgen. Das Trailen mit unsicheren Hunden erfordert jedoch einige Sonderregeln. Hier muss behutsam und geduldiger im Trailtraining vorgegangen werden, um Stress und Überforderung zu vermeiden. Eine reizarme Umgebung ist Voraussetzung. Das Mantrailing ersetzt keine Verhaltenstherapie, aber es eignet sich hervorragend als unterstützendes Training. Zudem macht das Trailen jedem Hund grossen Spass, ob jung oder alt, ob „normal“ oder verhaltensauffällig.

The walking dog bietet Mantrailing auch für ängstliche und unsichere Hunde an. Siehe Menüpunkt Kurse.

 

Balljunkies, wenn der Ball zur Sucht wird

„Los, wirf ihn jetzt.“ Wirf ihn nochmal und nochmal...“ Zitternd vor Aufregung, stark hechelnd und mit aufgerissen Augen steht die Hündin Tessa vor ihrem Besitzer und hält es vor Spannung kaum aus, bis endlich der Ball geworfen wird. Sie interessiert sich nicht für andere Hunde, ihre Umwelt oder ihren Besitzer. Es dreht sich alles nur noch um DEN BALL und der Besitzer ist nur noch das praktische Wurfgeschoss. Ein trauriges Leben für solch einen Hund, auch wenn es für uns Menschen auf den ersten Blick gar nicht so aussieht. Ist der Hund auf ein Objekt in krankhafter Weise fixiert, wird sein Sozialpartner Mensch vollkommen unwichtig.

Balljunkies brauchen den permanenten Adrenalin-Kick – ein ernsthaftes Suchtproblem, was vielen Hundebesitzer nicht bewusst ist. Sie finden ihren Hund süss, vielleicht auch etwas hektisch, wenn er dem Ball hinterherhetzt, es ist ja auch eine einfache Methode, den Hund nach einem langem Arbeitstag zu beschäftigen. Für Balljunkies ist das aber bitterer Ernst. Sie befinden sich im Dauerstress und würden sich die Pfoten blutig rennen, nur um weiter ihre „Droge“ – den Ball zu bekommen. Besonders Hütehundrassen und Terrier sind für diese Sucht anfällig. Es ist eine übersteigerte Form des Beutefangverhalten wobei der Hetztrieb gefördert und gefestigt wird. Balljunkies würden auch mit jedem fremden Menschen nach Hause gehen, wenn dieser ihren Ball hat. Der Ball wird sozusagen zum Heiligtum.

 

Es gibt ein Leben danach

In Bezug auf DEN BALL hilft langfristig nur ein „kalter Entzug“. Aber Vorsicht: Bieten Sie Ihrem Hund eine adäquate Alternative zum Ball, die nichts mit Werfen zu tun haben, sonst entsteht Frust und der Dauerstress nimmt zu. Alle alternativen Beschäftigungsmethoden sollten eines beinhalten: Ruhe! Die innere Balance des Hundes muss wieder hergestellt werden. Zum Beispiel Such- und Intelligenzspiele, bei denen der Hund sich konzentrieren und seine Sinne benutzen muss, eignen sich sehr gut als Alternative. Wichtig dabei ist, mit dem Hund gemeinsam zu spielen, ihn ruhig zu motivieren und Anteil zu nehmen. Somit festigen Sie auch Ihre Bindung.

Nicht jeder Hund, der gerne mit einem Ball spielt, ist ein Balljunkie. Anhand der beschriebenen Merkmale können Sie erkennen, ob ihr Hund normales Spielverhalten zeigt oder nicht. Sind Sie sich trotzdem nicht sicher und benötigen Hilfe, auch beim Alternativ-Training, kann ich Ihnen mit einem gezielten Training helfen.

 

 

Stress bei Hunden

Nicht nur wir Menschen können unter Stress leiden, auch unsere Hunde bleiben davon nicht verschont.. Stress an sich ist ja nichts Schlechtes und ein angeborenes Verhalten. Er wirkt in seiner positiven Form leistungsfördernd und ist lebenswichtig. Aber selbst bei artgerechtem Umgang sind Hunde vielen Stresssituationen ausgesetzt, die für uns Menschen unproblematisch erscheinen, jedoch für unsere Vierbeiner sehr beängstigend sind und schlecht oder gar nicht verarbeitet werden können. Der Körper ist in ständiger "Alarmbereitschaft".

 

Stress Symptome

Vermehrtes Zeigen von Beschwichtigungssignalen, vermehrtes Hecheln, Rastlosigkeit, intensiveres Träumen, Magenprobleme, übertriebene Körperpflege bis hin zum Wundlecken oder Pfotenbeissen, vermehrtes Bellen, Winseln, Zerstörungswut etc. Wichtig ist, zu beobachten, unter welchen Bedingungen die Symptome auftreten, um festzustellen, ob es sich um eine Stressproblematik handelt. 

Oft sind gestresste Hunde kaum ansprechbar, da sie zu sehr mit der Bewältigung der momentanen Stresssituation beschäftigt sind und manche Stressmomente bleiben im Gedächtnis des Hundes unbewältigt haften.

Die Ursachen für Stress sind genauso vielfältig wie ihre Symptome: Hier ein paar Beispiele: Krankheit/Schmerz, fehlende Erfahrungen im Welpen- oder Jugendalter, traumatische Erlebnisse, Veränderungen der Lebensumstände, Unter- oder Überforderung.

 

Stress reduzieren

Stress sollte, entgegen der Meinung vieler Hundetrainer, nicht ignoriert und die Ursachen genauestens unter die Lupe genommen werden. Es ist die Aufgabe des Menschen, Stresssituationen für den Hund zu regeln, um ihm die Angst zu nehmen. Ich kann Ihnen dabei helfen, die Ursachen für Stress bei Ihrem Vierbeiner zu finden, eine artgerechte Balance zwischen Beschäftigung und Ruhepausen zu schaffen und die Mensch-Hund-Beziehung wieder zu stärken.

Autor: Anne Weber

 

 

Hundebegegnungen: Spass oder Albtraum?

Es spricht nichts gegen eine nette Hundebegegnung. Aber Hundebesitzer sind sich sicher, ob sie eine Begegnung zulassen sollen oder nicht. Es hängt von vielen Faktoren ab, ob ein Kontakt für alle Beteiligten erfreulich wird oder nicht.

Wenn Ihr Hund sich über die Kontaktaufnahme mit Artgenossen freut, sollten Sie sich beim Gegenüber erkundigen, ob dessen Hund sich ebenso über ein „Hoi-säge“ freuen würde. Begegnet Ihnen ein angeleinter Hund, wird es wohl einen Grund haben. Nach Rücksprache kann dann ein Hundekontakt erfolgen oder auch nicht. Manche Hunde haben kein grosses Interesse an ihren Artgenossen, das „eigene“ Rudel – die Familie – reicht ihnen völlig aus, das sollte man respektieren. Grundsätzlich gilt: Mit Höflichkeit können Hundebesitzer unangenehme Situationen schon im Vorfeld vermeiden.

Aggression

Häufig reagiert ein Hund aus Unsicherheit aggressiv auf einen anderen Hund. Weitere mögliche Auslöser:

- Gleichgeschlechtliche Artgenossen werden als Konkurrenten wahrgenommen.

- Der Hund fühlt sich für seinen Menschen verantwortlich und verteidigt ihn.

- Territoriale Aggression.

- Ängstliche Hundebesitzer.

- Fehlverhalten des Hundebesitzers bei Hundebegegnungen.

Um hier mit einem Anti-Aggressions-Training Erfolge zu erzielen, muss der Grund für das Verhalten ermittelt werden. Ebenso die Mensch-Hund-Beziehung sollte überprüft werden, um allfällige „Missverständnisse“ zu beseitigen.

 

Angsthasen

Manche Hunde fühlen sich bei Begegnungen mit Artgenossen bedroht, sind völlig überfordert, verängstigt und laufen vielleicht sogar weg. Dies kann langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Psyche des Hundes haben. Ich kann Ihnen helfen, die Auslöser der Angst zu ergründen, um auf dieser Basis mit einer individuellen Therapie Ihrem Hund die Angst vor Artgenossen zu nehmen.

 

Streit zwischen Hunden

Wichtig: Bewahren Sie Ruhe. Schreien, Leine werfen, Schlagen etc. ist kontraproduktiv. Hunde im Streit auseinander zu ziehen, kann schlimme Verletzungen verursachen. Besser ist es, dem Angreiferhund beispielsweise eine Jacke über den Kopf zu werfen. Oft lassen die Hunde dann voneinander ab und können getrennt werden.

By the way...die Behauptung: „Das machen die unter sich aus“ hält sich leider hartnäckig unter einigen Hundebesitzern. Aber was sollten zwei fremde Hunde unter sich denn klären? Die Rangordnung bestimmt nicht, denn diese wird höchstens in einem zusammenlebenden Rudel und selten in einem „Kampf“ bestimmt.

Bringen Sie Ihren Hund aus der Gefahrenzone, aber noch in Sichtweite, sonst bleibt der letzte Eindruck vom „Kampf“ in seinem Gedächtnis. Untersuchen Sie sich und Ihren Hund gegebenenfalls auf Verletzungen. Auch das menschliche Miteinander ist wichtig, beschimpfen Sie sich nicht, auch wenn Sie gerade sehr geschockt sind. Beruhigen Sie Ihren Hund und gehen Sie erst weiter, wenn er sich sichtlich entspannt hat. Bedenken Sie, dass ein Streit/Kampf Ihren Hund traumatisieren kann, jede weitere Begegnung mit Artgenossen kann grossen Stress verursachen – bei Mensch und Hund. Wenn Sie vermuten, das Ihr Hund traumatisiert ist, helfe ich Ihnen gerne.

Hundebegegnungen gehören zum alltäglichen Leben und sollten von Anfang an trainiert werden. Dabei wünsche ich Ihnen viel Spass und so wenig „negative“ Erfahrungen wie möglich. The walking dog bietet Hundebegegnungskurse an, siehe Menüpunkt Kurse.

Autor: Anne Weber

 

Trennungsangst

Die Trennungsangst ist ein angeborener Schutzmechanismus des Hundes. Er dient dazu, dass Muttertier und Welpe sich nicht zu weit voneinander entfernen.

Mit seinen Menschen bildet der Hund eine soziale Gruppe – ähnlich wie im Rudel. Ohne seine «Gruppenmitglieder“ zu sein, kann für ihn ein „unerträglicher“ Zustand sein. Wenn Hunde in ihrer Welpen- und frühen Jugendzeit nicht gelernt haben, dass Trennungsphasen zum alltäglichen Leben gehören, können sie später beim Alleinsein Trennungsangst bishin zu panischen Reaktionen zeigen. Deshalb ist es sinnvoll, Welpen schon ab der 13. Lebenswoche langsam das Alleinsein zu gewöhnen.

 

Kleine Schritte

Sicher gibt es in Ihrer Wohnung keine hundefressenden Monster, aber das müssen Sie ihrem Welpen schonend verständlich machen. Verlassen Sie zu Beginn den Raum, in dem der Welpe sich befindet, nur für kurze Zeitintervalle, rund 10 Sekunden. Bei der Rückkehr bleiben Sie ruhig und gelassen, dadurch wird es für den Welpen bald zu einer Selbstverständlichkeit. Belohnen Sie ihn nicht, es könnte sein, dass er noch ängstlich ist und Sie würden somit seine Angst belohnen. Es ist kein Liebesentzug, wenn Sie den Hund ignorieren, es Erziehungsmassnahmen, um den Hund selbständiger zu machen.

Reagiert der Welpe mit Protest, verkürzt man die Trennungszeiten wieder. Erst ab dem 6. Monat hat ein Hund die biologische Reife erreicht, um das erste Mal ein paar Stunden allein bleiben zu können.

Trennungsangst beim erwachsenen Hund

Auch erwachsene Hunde kann man an das Alleinsein gewöhnen. Zwei bis drei kurze Trainingseinheiten pro Tag sind optimal. Gehen Sie beim Trennungstraining in kleinen Schritten vor und peilen Sie nicht direkt die Wohnungs- oder Haustür an. Viele Hunde folgen ihren Besitzern überall hin, sobald sie sich nur einige Schritte entfernen. Beginnen Sie beim Training mit dem Sitzen. Stehen Sie kurz auf und setzen Sie sich wieder hin, sobald der Hund auch aufsteht. Bleiben Sie dabei gelassen. Nach ein paar Wiederholungen wird der Hund liegen bleiben nach dem Motto: «Das kenn ich, der geht nicht weg, also bleibe ich hier liegen». Wenn dieses Verhalten gefestigt ist, kann man den Raum verlassen, erst für ein paar Sekunden, dann länger. Sollte der Hund in Ihrer Abwesenheit bellen, warten Sie bis der Hund sich wieder beruhigt hat und betreten erst dann wieder den Raum. Nie sollte der Hund für den „Protest“ bestraft werden. Wird es trotz Training «nicht besser» oder reagiert Ihr Hund beim Verlassen von Anfang an panisch, können Sie mich gerne kontaktieren.

Autor: Anne Weber

 

Einsame Randalierer – Zerstörungswut

Manche Hunde kommen auf die tollsten Ideen, wenn ihre Besitzer das Haus verlassen. Müll wird ausgiebig untersucht, das Sofakissen geschreddert und ein Tapetenwechsel wird fällig. Dies und Schlimmeres entdecken Hundehalter bei ihrer Rückkehr. Oft sind solche „kreativen“ Hunde Dauerpatienten beim Tierarzt, da sie Dinge verschlucken, die für den Hund ungeeignet sind.

 

Nicht die Symptome, sondern die Ursachen finden und bekämpfen...

Die Ursachen für das Verhaltensproblem sollten so schnell wie möglich rausgefunden werden, denn je länger der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt, desto länger dauert es, Alternativverhalten zu etablieren. Dabei kann "The walking dog" Ihnen helfen.

Viele Hundehalter versuchen, die Zerstörungswut mit „anonymen Bestrafungen“ wie Sprühimpulsgeräten oder ähnlichem zu bekämpfen. Davon ist abzuraten. Das ist falsche Symptombekämpfung und löst nicht das eigentliche Verhaltensproblem.

 

Mögliche Ursachen:

- Bewegungsmangel, Langeweile

- Fehlende geistige Beschäftigung 

- Ängste 

- Gesundheitliche Probleme (Schmerzen)

- Andere Verhaltensprobleme

In vielen Fällen ist „Langeweile“ der Auslöser. Zerstörungsattacken können Ersatzhandlungen sein, die der Hund aus Unterforderung und Frust ausführt. Hunde, insbesondere junge, sind temperamentvoll und möchten beschäftigt werden. Seien Sie kreativ und fordern Sie Ihren Hund geistig und körperlich Beispielsweise mit regelmässigen Ausflügen an verschiedene Orte, um neue Aussenreize zu schaffen. Velotouren und Suchspiele eignen sich hervorragend. Lenken Sie die Energie Ihres Vierbeiners in konstruktive Bahnen. Trainieren Sie das Alleinbleiben in kleinen Schritten. Bieten Sie Ihrem Hund beispielsweise eine Futterkugel (mit Futter gefüllte Spielbälle) an, wenn Sie das Haus verlassen. Geben Sie nicht zu schnell auf, wenn diese Massnahmen nicht gleich greifen. Zusammen mit Ihnen kann ich die Auslöser für die Zerstörungswut herausfinden und Sie anleiten, wie das Fehlverhalten gestoppt werden kann. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Autor Anne Weber

 

Los, weg da...

Wenn Hunde aggressiv gegen Menschen sind

Es gibt Hunde, die fremde Personen, die in ihre Nähe kommen, anbellen oder angreifen. Sie möchten den vermeintlichen Feind vertreiben. Die Hundebesitzer hängen hilflos am Ende der Leine und können sich nicht erklären, warum ihr Hund so aggressiv reagiert, wo er doch zuhause der liebste Hund der Welt ist. Doch mit Boshaftigkeit haben diese Situationen meist nichts zu tun. Auslöser für dieses Fehlverhalten können vielschichtig sein, oft sind es Angst und Unsicherheit.

 

Defensiv und offensiv

Manche Hunde haben vielleicht schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht oder – noch schlimmer – keine oder nur wenig. Unsicherheit macht Angst. Daraus kann eine defensive oder offensive Aggression entstehen. Defensiv aggressive Hunde zeigen deutlich ihre Angst, ziehen sich zurück und suchen Schutz bei ihrem Besitzer, wenn ein fremder Mensch sich nähert. Sie beissen

erst, wenn sie sich bedrängt fühlen. Die offensive Aggression zeichnet sich durch das Motto aus: «Bevor ich von diesem Menschen gebissen werde, beisse ich selbst zu.»

 

Die Leitwolf-Rolle

Ein weiterer Grund für die Angriffslust kann das Misstrauen gegenüber Frauchen oder Herrchen sein. Hunde, die ihren Besitzer nicht als «Leitwolf» anerkennen, trauen ihnen auch keine souveräne Führung zu. Diese Hunde

schlüpfen unfreiwillig in die Leitwolf-Rolle, obwohl sie mit dieser Aufgabe völlig überfordert sind. Daraus entsteht Stress, Unsicherheit und Angst – und aus Zweibeiner-Sicht: Fehlverhalten und/oder Aggression

Negative Aufmerksamkeit

Einige Hunde möchten durch das Verbellen von Fremden die Aufmerksamkeit ihres Besitzers auf sich lenken, auch wenn es sich um negative Aufmerksamkeit handelt, nämlich das Schelten. Wer will, dass sich der Vierbeiner adäquat

benimmt, muss viel Geduld aufbringen und an sich selbst als «Rudelführer» arbeiten. Der Hund möchte sich bei seinem Besitzer sicher fühlen. Oft sind die Besitzer unabsichtlich der Auslöser für das unerwünschte Verhalten beim Hund. Wichtig ist es, die Ursachen für das Fehlverhalten herauszufinden.

Das ist sicher nicht immer einfach, aber hierbei kann ich Ihnen als Tierpsychologin Hilfestellung bieten und oft sind es nur Kleinigkeiten, die im täglichen Umgang mit dem Hund verändert werden müssen