Verhaltenstherapie

Die Gegensätze der Hundehaltung in unserer Gesellschaft könnten nicht grösser sein. Man könnte fast glauben, Hund und Menschen sind sich fremder denn je. Die Hunde müssen in unserer zwangshumanisierten Welt in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen: Wach-Hund, Schmuse-Hund, Kindersatz-Hund etc. Da unsere Vierbeiner hochsoziale Anpassungsprofis sind, gelingen ihnen diese "Schauspiel-Einlagen" in den meisten Fällen gut. Aber wehe, wenn nicht...

Viele Verhaltensprobleme bei Hunden treten nicht aufgrund einer klinisch diagnostizierten Anomalie auf, sondern weil die betroffenen Tiere einfach Schwierigkeiten haben, mit irgendeinem Aspekt ihres alltäglichen Lebens zurechtzukommen – mit uns Menschen oder mit Artgenossen.

Verhaltensprobleme können viele verschiedene Ursachen haben. Die tierpsychologische Arbeit besteht darin, diese Probleme nicht nur oberflächlich zu behandeln, sondern in der Tiefe zu forschen, Ursachen zu erkennen, analysieren und adäquat zu therapieren, wobei die emotionale Verfassung des Tieres eine tragende Rolle spielt.

 

Vor etwa siebenJahren schloss ich mein Studium der Tierpsychologie für Hunde und Pferde (ATN AG Schweiz) ab. Diese Ausbildung ist durch den VdTT e.V. im vollen Umfang anerkannt.

 

Wie läuft eine Verhaltenstherapie ab?

Eine Verhaltenstherapie beinhaltet zuerst das intensive Gespräch mit dem Hundebesitzer und einer Persönlichkeitsanalyse des Hundes, wobei ebenso die gewohnte Umgebung, Haltungsbedingungen und der Gemütszustand des Hundes erfasst und analysiert werden. Aufgrund dieser Ergebnisse erstelle ich einen Trainingsplan für den Halter und seinen Hund. Ich arbeite unter anderem mit der Hilfe von Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, gewaltfreiem Erziehungstraining, Alternativverhalten und bei Sozialisierungsproblemen auch mit "Statisten-Hunden".

Bei einer Verhaltenstherapie steht der Hundebesitzer und sein Hund gleichermassen im Vordergrund. Durch Aufklärung und Wissensvermittlung lernt der Hundebesitzer auch seinen Vierbeiner besser einzuschätzen und ihn zu verstehen, so dass Kommunikationsprobleme beseitigt werden können.

Preis pro Stunde: Fr. 60.– (Minimum sind 3 Stunden)

 

Ein Fall aus der Praxis

"Pudeli" ist ein Tierschutzhund, über seine Vergangenheit ist nicht viel bekannt. Er kam anfangs zu mir in die Verhaltenstherapie, da er mit seiner Umwelt nicht zurechtkam. Er war in einem permanenten Stresszustand und hatte noch keine Bindung zu seiner Besitzerin aufbauen können. Die Vermutung lag nahe, dass er völlig isoliert aufwuchs, ohne Aussenreize. Mit einer Verhaltenstherapie konnte die Bindung zu seiner Besitzerin gefestigt werden und er lernte, mit Stress-Situationen besser klar zu kommen. 
Nun konnten wir ein weiteres Problem angehen: Hundebegegnungen...

Im ersten Video erkennt man, dass die Bindung zwischen Besitzerin und "Pudeli" noch nicht ganz gefestigt ist. Der Anblick eines anderen Hundes löst grossen Stress in ihm aus und er versucht, seinen "Gegner" zu vertreiben, in diesem Stress-Zustand ist "Pudeli" auch nicht ansprechbar. Die Besitzerin weiss noch nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll, darum versucht "Pudeli", die Führungsrolle auf seine Art zu übernehmen. 

 

Das zweite Video wurde nach dem "Hundebegegnungstraining" aufgenommen. Die Bindung zu seiner Besitzerin ist stark gewachsen, so dass er auch in Stress-Situationen ansprechbar bleibt. Die Besitzerin lernte, ihre eigene Körperhaltung zu ändern und die Körpersprache ihres Hundes zu lesen. Somit wuchs auch das Vertrauen des Hundes zu seiner Besitzerin immer mehr und „Pudeli“ gelingt es immer öfter, die „Führungsrolle“ an seine Besitzerin abzugeben. Lediglich am Timing muss noch etwas gearbeitet werden.

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